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Jeder von uns sollte eine ökologische Bekehrung erleben

Wie die Aussage "Macht Euch die Erde untertan" zu verstehen ist, war schon oft erklärt. Zum Beispiel schrieb Johannes Paul II. in der Enzyklika "Redemptor hominis" aus dem Jahre 1979, dass es sich um die Haltung eines edlen Herren und besonnenen Hüters handelt, nicht um einen skrupellosen Ausbeuter.

MAREK WOJNAR: In der Enzyklika Laudato si ‘, auf die Sie sich oft in Ihrem letzten Buch beziehen, betont Papst Franziskus sowohl die globalen, als auch die lokalen Aspekte des Umweltschutzes. Mit dieser Dichotomie möchte ich unser Gespräch beginnen. Sollten wir uns auf unsere tagtäglichen, ökologischen Entscheidungen konzentrieren, oder sind sie eher als eine Nebelwand anzusehen, die die Aufmerksamkeit von den Handlungen großer Körperschaften oder Regierungen ablenkt?

STANISŁAW JAROMI OFMConv: Jeder hat eine Aufagabe zu erfüllen. Aus der Sicht der Enzyklika Laudato si ‘ solle jeder von uns eine ökologische Bekehrung erleben. Das betrifft Einzelpersonen, Familien, Pfarreien, verschiedene Institutionen sowie große Unternehmen und Staaten. Es geht um das Gemeinwohl, dessen Bedeutung größer als die einfachste Unterteilung in ein globales und lokales Gut ist. Erforderlich sind Maßnahmen auf internationaler Ebene sowie unsere tagtäglichen, ökologischen Entscheidungen.

Also sollten wir unseren Konsum begrenzen …

Zweifellos ist es darum zu bemühen, die Dinge, die wir bereits besitzen, so lange wie möglich zu nutzen. Eine Kreislaufwirtschaft wäre hier am besten. Gleichzeitig müssen wir uns daran erinnern, dass der Konsum als solcher nichts Schlechtes ist. Von Bedeutung ist aber die Frage “welchem Zweck dient er?” In der Enzyklika Laudato si ‘ prangere der Papst Franziskus den obsessiven Konsum an. Deswegen müssen wir lernen zu verstehen, was ein gesunder Konsum bedeutet.

Wie sind diese beiden Konsumsarten zu unterscheiden?

Zwei Kriterien scheinen hier eine Rolle zu spielen. Erstens – das Gesundheitskriterium, das sich sowohl auf unsere individuelle, geistige und körperliche Gesundheit, als auch auf den Zustand des gesamten Planeten bezieht. Zweitens – das lokale Kriterium. Mit der Verwendung lokaler Produkte wählen wir normalerweise das, was für uns gesünder ist, und geben den Menschen um uns herum eine Chance, die Arbeit leisten und Geld verdienen zu können: dem Bäcker, dem Landwirt oder dem Besitzer einer Metzgerei und eines Ladens da “um die Ecke”. Die Auswahl lokaler Produkte ist auch Ausdruck einer Sorge um unsere Umgebung, dieses grundlegende Ökosystem, in dem wir funktionieren, sie bringt mit sich auch diesen Vorteil, dass in Krisenzeiten, wie in der Pandemiezeit jetzt, die Lieferketten nicht unterbrochen werden. Geschweige denn die Tatsache, dass wir auf diese Weise die CO2-Emissionen in die Atmosphäre reduzieren.

In unserer Region gibt es zunehmend keine lokalen Bauernhöfe, sondern große Industriebetriebe.

Ich rate davon ab, Essen aus solchen Orten auszuwählen. Vor allem aus diesem Grund, dass es (wenn ich das so ausdrücken darf) kein eigenes Gesicht hat. Dahinter steckt kein konkreter Mensch, wie das der Fall bei einheimischer, traditioneller Zucht ist. Es ist hier die Rede von moralisch fragwürdigen Lebensmitteln, sowohl aus der Sicht der Produktion, als auch ihren Vertriebs. Es ist auch angebracht, die Frage zu stellen, wie sich diese Entscheidungen auf die Situation der Landbewohner oder auf die ländliche Traditionen auswirken. Und das ist kein positiver Effekt.

Vielleicht dann ein christlicher Vegetarismus?

Aus der Sicht des Christentums ist Vegetarismus, aber auch Veganismus kein Problem, solange sie nicht religiös motiviert sind (zum Beispiel, sofern sie nicht bedeuten, dass der Christentum zugunsten des Glaubens an die Reinkarnation aufgegeben wird). Ich würde aber ermutigen, zu einer Fastenküche zu greifen. Fasten fördern gut Gleichgewicht, denn wir essen heutzutage zu viel Fleisch. Natürlich kenne ich auch Christen, die sich in ihrer Beziehung zur Naturwelt und zu Gott für Vegetarismus oder Veganismus entscheiden. Moralisch neutral finde ich das.

Jetzt steche ich in ein Wespennest. Die Jagd hat eine schreckliche Presse. Vielleicht ist es keine schlechteste Lösung, ein Wildbret von einem örtlichen Jäger zu kaufen?

Wir müssen das Jägerei-Problem erneut überdenken. Wir leben nicht mehr in Harmonie mit der Natur. Wir existieren in einer zivilisierten Realität, in der die Population der Wildtiere 3-4% aller Lebewesen ausmacht. Dies lässt uns Gedanken über den Sinn der Jagd machen, insbesondere über die Sportjagd oder die Jagd für Trophäen Es ist aber auch schwierig, die Jagd nach Fleisch oder Jagd zur Regulierung des Gleichgewichts im Waldökosystem zu verbieten. Um diese Frage direkt zu beantworten: der Kauf von Wildbret von einem örtlichen Jäger ist eine bessere Option als Fleisch aus Massentierhaltung.

Lange Reisen haben unter Umweltschützern auch keine gute Presse. So wie das Auto und das Flugzeug. Wie sollen wir uns also bewegen?

Ich denke, dass die Reisenden nicht zu verdammen sind. Ich selbst reise auch sehr gerne. Es ist wichtig, die Frage zu beantworten, zu welchem Zweck wir reisen. Machen wir unsere Reisen, um die Welt und die Menschen kennenzulernen, oder sind sie Ausdruck einer konsumistischen Mentalität? Man hat über den Transport sehr reicher Leute nachzudenken, die mit Privatflugzeugen reisen. Hier berühren wir das Problem der sozialen Ungleichheit auf unserem Planeten. Die Kirche spricht seit Jahren über eine ethischen, nachhaltigen Tourismus. Jedes Jahr veröffentlichen wir eine Botschaft zum Welttourismustag, in der wir verschiedene Aspekte zu diesem Thema ansprechen. Beispielsweise aus der Zeit des Pontifikats Johannes Paul II heißt es in der Botschaft aus dem Jahre 2002: „Ein intelligenter Tourismus möchte die Schönheiten der Schöpfung zur Geltung bringen. Er führt den Menschen dazu, sich ihnen respektvoll zu nähern, sich an ihnen zu erfreuen, ohne jedoch ihr Gleichgewicht durcheinanderzubringen. Aber wie könnte man leugnen, dass die Menschheit heute leider einen ökologischen Notstand erlebt? Ein sogenannter wilder Tourismus hat zu dieser Zerstörung beigetragen und trägt weiterhin dazu bei, nicht zuletzt durch touristische Einrichtungen, die ohne eine umweltgerechte Planung gebaut werden”.

Auf der anderen Seite ist es sinnvoll, den lokalen Tourismus zu fördern und die Schönheit der nächsten Umgebung zu bewundern. Als ökologische Bewegung des Heiligen Franz von Assisi organisieren wir häufig Workshops an Orten von natürlicher Bedeutung in Polen und sogar ökologische Spaziergänge durch die Nachbarschaft. Wir zeigen, dass man sich nicht notwendig in die Tatra oder in einen Vergnügungspark begeben muss, um einen tollen Tag z.B. mit Kindern zu verbringen, sondern reicht es, einen Ausflug zum nahegelegenen Fluss oder in den Wald zu machen. Dabei lernen wir die Natur und einander kennen und beseitigen das, was Pädagogen oder Therapeuten als Natur-Defizit bezeichnen.

Sie sprechen über Familien mit Kindern. Die Familiengründung wird immer öfter auch als eine ökologische Entscheidung angesehen. In einigen Medien gibt es Stimmen über die ökologischen Kinder-Kosten. Die Ikone der zeitgenössischen Umweltbewegung, Peter Singer, befürwortet Abtreibung und Euthanasie.

Es wird nie eine Übereinstimmung mit dieser Einstellung geben. Für uns ist jedes Leben ein Geschenk Gottes und Segen. Die These, dass es unethisch ist, Kinder zu bekommen, ist ein riesiges Missverständnis. Die katholische Ökologie bedeutet eine Sorge für das Leben und die Menschen. Daher ist dies eine pro-life– Option. Es ist auch daran zu erinnern, dass Menschen, die so was beraten, oft selbst einen mindestens um ein Vielfaches größeren ökologischen Fußabdruck aufweisen, als die Mehrheit der Menschen auf unserem Planeten. Die antinatalistische Propaganda von reichen Leuten oder Prominenten ist ein völliges Missverständnis. Der Weg zum Naturschutz führt über die Selbstbeschränkung dieser Menschen und nicht über die Förderung der Kinderlosigkeit. Linke Umweltschützer verstehen das oft nicht. Auch weil sie manchmal Teil dieses Milieus sind.

Das Christentum hat keine gute Presse unter einigen umweltbewussten Menschen. Nicht ohne Grund. Immer wieder sind Politiker zu hören , die unter dem Motto “Macht Euch die Erde untertan” die weitreichende Ausbeutung der Natur rechtfertigen. Aber vielleicht kann uns das Christentum bei unseren tagtäglichen ökologischen Entscheidungen helfen?

Das, wie die Aussage “Macht Euch die Erde untertan” zu verstehen ist, wurde oft erklärt. Zum Beispiel schrieb Johannes Paul II. in der Enzyklika Redemptor hominis aus dem Jahre 1979, es handele um die Haltung eines edlen Herren und besonnenen Hüters, nicht um einen skrupellosen Ausbeuter. Es war auch so von Paul VI. und dann von Papst Franziskus verstanden. Es ist auch erwägenswert, ob dieser Anthropozentrismus, nach dem dieser Abschnitt aus dem Buch Mose am häufigsten interpretiert wird, sicherlich aus dem Christentum stammt, oder vielmehr er die Folge dessen ist, dass sich mit ihm eine materialistische und säkulare Weltanschauung überlappen, die sich aus der Philosophie des Individualismus und des Liberalismus ergeben.

Was hat das Christentum zu bieten? Erstens – die reiche Tradition einer angemessenen Einstellung zur Natur. Es ist eine Tradition von Einsiedlern oder wandernden Pilgern. Sie sahen sich selbst als Teil der Natur und machten in Demut Nutzung aus ihren Gaben. In der sie umgebenden Welt fanden sie auch die sie zu Gott führenden Spuren. Diese Fäden beinhaltet auch die franziskanische Tradition. Im Sonnnengesang aus dem Jahre 1224 Franziskus betrachtete die Lebewesen und die Elemente als unsere Schwestern und Brüder und zeigte uns, wie die uns umgebende Welt liebevoll zu behandeln ist. Ökologische Diskussionen in der heutigen Kirche begannen mit dem Moment, in dem wir uns der Situation einer Umweltkatastrophe bewusst werden. Es sind die Erfahrungen einzelner Pontifikate, von der Botschaft von Paul VI, zur UN-Konferenz in Stockholm 1972, über ökologische Texte von Johannes Paul II. und Benedikt XVI., bis hin zur an die franziskanische Tradition anknüpfende Enzyklika Laudato si‘des gegenwärtigen Papstes. Es ist aber auch die Stimme der Kirchen des Globalen Südens: aus Südamerika, Afrika, Ozeanien. Als Beispiele sind die Botschaft der Bischöfe Lateinamerika aus Aparezida aus dem Jahre 2007 oder der Hirtenbrief bolivianischen Bischofskonferenz zu Umwelt und menschlicher Entwicklung aus dem Jahre 2012 zu nennen. All diese Reflexionen zielen darauf ab, dass unser Planet unser gemeinsames Zuhause ist.

Zweitens, wir als religiöse Menschen haben eine zusätzliche, aus unserem Glauben kommende Motivation, die konsumistische Mentalität und die Anspruchshaltung zu begrenzen. Selbstbeschränkung ist ein Akt der christlichen Liebe zu uns selbst und zu unseren Mitmenschen, insbesondere zu den Ärmeren. Für unsere Mitmenschen, denen wir nicht immer direkt helfen können, aber indem wir unseren eigenen Konsum begrenzen, können wir ein gerechteres Modell der Verteilung der Ressourcen auf der Welt beeinflussen und nicht zusätzlich zum Klimawandel beitragen, der sie am härtesten treffen wird.

Menschen, die sich Sorgen um die Natur machen, begleitet oft Pessimismus. Die Beobachtung verschiedener Tragödien auf unserem Planeten führt oft zur Überzeugung, dass die Welt selbst schlecht ist. Man kann das als eine Art des Neognostizismus bezeichnen, die beispielsweise in Pokot von Agnieszka Holland, der auf dem Roman von Olga Tokarczuk basiert, zu beobachten ist. Was kann man also tun, um in einen solchen Zustand nicht zu fallen?

Die christliche Antwort ist die Spiritualität, religiöse Praxis, Gebet und die Dankbarkeit der göttlichen Vorsehung für jeden neuen Tag. Ich bete für die Bekehrung sowohl für mich selbst als auch für die ökologischen Sünder in meiner Umgebung, die Abfälle in Öfen verbrennen, die Luft vergiften, sowie für die Bekehrung großer ökologischer Sünder, die Ozeane zerstören oder Regenwald abholzen. Den Nichtglaubenden würde ich sagen, dass es notwendig ist zu verlernen, die ganze Gemeinschaft nach Taten einzelner Personen zu beurteilen. Ein schlechter Pfarrer bestimmt nicht die ganze Kirche. Ein schlechter Förster ist nicht für alle Mitarbeiter der Staatswälder bestimmend. Menschen sind unterschiedlich. Und eine der Quellen für meinen Optimismus ist die Tatsache, dass ich das glücklicherweise auch gute, kompetente und edle Menschen treffe, und dass wir – auch bei unterschiedlichen Ansichten zu einigen Themen – gemeinsam etwas Gutes schaffen können.

An welchen Öko-Initiativen ist es zu beteiligen?

Wie ich bereits erwähnt habe, hat jeder eine Rolle in der Welt zu spielen. Jeder hat eine Berufung zu erkennen. Die Botschaft der letzten Enzyklika von Papst Franziskus Fratelli tutti ist, sich bewusst zu machen, was um mich herum passiert und darauf zu reagieren. Manchmal bedeutet das Förderung von ökologischen, sozialen, sowie missionarischen Initiativen. Ein andermal – bedeutet das einfach, einer Nachbarin bei Einkäufen in der Pandemiezeit zu helfen. Es gibt auch verschiedene Gemeinschaften und Verbände. Freiwilligendienst fördert und organisiert Caritas, die sowohl auf globaler, als auch lokaler Ebene in der Kirche tätig ist. Denn – wie Jesus uns gelehrt hat – alles, was wir Gutes tun, ist auch für das ewige Leben von Bedeutung.

 

stały współpracownik „Nowej Konfederacji”, asystent w Instytucie Studiów Politycznych PAN, doktorant w Zakładzie Historii Europy Wschodniej Instytutu Historii Uniwersytetu Jagiellońskiego. Pisze o pamięci, polityce historycznej i nacjonalizmach w Europie Wschodniej – na Ukrainie i nie tylko. Publikuje również w "Nowej Europie Wschodniej", "New Eastern Europe" i na portalu Jagielloński24.pl. W wolnym czasie wędruje z aparatem fotograficznym po górach, lasach i bezdrożach.
OFMConv, filozof i ekolog, od ponad 30 lat zaangażowany w chrześcijańską aktywność ekologiczną, wieloletni delegat franciszkanów ds. sprawiedliwości, pokoju i ochrony stworzenia, przewodniczący Ruchu Ekologicznego św. Franciszka z Asyżu - REFA i szef portalu www.swietostworzenia.pl. Laureat kilka nagród w tym Medalu Polskiej Niezapominajki przyznawanej przez przyrodników i kościelnej nagrody im. bpa R. Andrzejewskiego. Człowiek Polskiej Ekologii roku 2016. Inicjator kampanii „Czyńcie sobie Ziemię kochaną”, projektu Ogrodów Brata Franciszka oraz Szkoły liderów ekologii integralnej. Ostatnio wydał zbiór tekstów o Patronie Ekologów (Wyd. Bratni Zew, Kraków 2019) i „Boską ziemię” (Wyd. Znak, Kraków 2019)

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